kleinere Schrift größere Schrift

DIAKRISIS - Jubiläumsausgabe

Home / Zeitschrift DIAKRISIS / aktuelles Heft

Auszug Artikel 3

Wenn Theologie Gnadengabe ist
Das Lebenszeugnis von Julius Schniewind (1883-1948)
von Dorothea Killus


Eine genuine, das Innerste ergreifende und sich weit auswirkende Erneuerung war seine Sehnsucht. Zeitlebens hat er sich dabei der von Reformation und Pietismus ausgehenden Glaubens- und Erweckungsbewegung verbunden gewusst. Sein eigenes „Programm“ nahm besonders die Pfarrer in den Blick, wobei er in den 18 von ihm diesbezüglich aufgestellten Thesen erklärt, dass die Frage nach der Erneuerung ihres Standes zunächst die nach der Erneuerung der Christen überhaupt sei. Es lohnt sich, die Thesen im einzelnen zu studieren. Sie bringen zum Ausdruck, dass für Schniewind theologische Wissenschaft stets in Beziehung stand mit der kirchlichen Praxis. Und sie zeigen, wie gegenwartsorientiert seine Bibelauslegung war und konkrete Folgen hatte. Eine ihrer Folgen war das erste Abendmahlsgespräch zwischen Neutestamentlern und Systematikern, das 1947 im Auftrag des Rats der EKD in Frankfurt/M. stattfand und das er leitete.
Die Ausrichtung auf die Gemeinde als Leib Christi ist, wenn Theologie als echtes Charisma eingesetzt wird, bezeichnend. Aber warum muss es überhaupt eine Theologie geben?„Evangelisches Christentum ist Theologie“, antwortet Schniewind, und zwar, „weil es Lehre ist. Denn der lebendige Gott wird als der Offenbare verkündet; dies geschieht in dem Logos, der in Herz und Munde der Christen lebt (Röm 10,8.10). Von da aus erwächst ein besonderes Charisma der Lehre; von diesem ist auch jedes Laienchristentum getragen.“




zum nächsten Auszug


Wenn Sie gerne wissen möchten, was noch im neuen Diakrisis-Heft zu finden ist, dann werfen Sie einen Blick in das Archiv.

Wir hoffen, Ihr Interesse an Diakrisis wecken zu können.
Wenn Sie ein Probeheft oder gleich ein Abonnement bestellen möchten, dann können Sie das hier tun.