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Verfolgte Christen

Chinesischer Christ wird von Mitgefangenen misshandelt

Liu Huiwen wegen Verteilung christlicher Traktate verurteilt

BANGKOK, 26. März 2008 - Ein in der chinesischen Provinz Gansu gefangener Christ wird von muslimischen Mitgefangenen misshandelt. Liu Huiwen (39) wurde wegen Verteilens eines christlichen Traktats an Muslime im November 2007 zu 18 Monaten Haft verurteilt. Dem Nachrichtendienst Compass Direct berichtete Lius Frau Miao Hui Lian, Liu Huiwen würde stark hinken und sei abgemagert. Seiner Frau sagte Liu, der bei Besuchen nicht unbehelligt reden kann, das "Gefängnis sei ein schlechter Ort" und er würde "ständig schikaniert" werden. Als Lius Frau nach Peking reisen wollte, um die Misshandlung zu melden, drohte ihr die Polizei, sie solle daheim bleiben und keine Beschwerde einlegen. Jetzt stehe sie unter starker Beobachtung. Ein örtlicher Informant sagte: "Wir haben Grund zu glauben, dass die Aufseher oder die Insassen ihn dafür bestrafen." Liu seien auch Lebensmittel und andere für ihn ins Gefängnis gebrachte Dinge vorenthalten worden. Traktat spricht von Jesus Christus
Liu war am 28. April 2007 verhaftet worden, nachdem er in der überwiegend muslimischen autonomen Region Dongxiang bei einer Beerdigung ein Traktat mit dem Titel "Ein Brief an unsere muslimischen Freunde" verteilt hatte. Daraufhin verprügelte die Polizei Liu schwer. Die offizielle Verhaftung erfolgte am 31. Mai. Fünf Monate lang durften seine Angehörigen ihn nicht besuchen. Im September 2007 erhob der Staatsanwalt Anklage gegen Liu wegen der Veröffentlichung von Literatur, die "Menschen aus ethnischen Minderheiten diskriminiert und beleidigt". Im November berichtete das Hilfswerk China Aid Association (CAA), das Flugblatt enthalte keine derartigen Bemerkungen; Liu habe die vom chinesischen Gesetz vorgegebenen Grenzen der Meinungsfreiheit nicht überschritten. Das Traktat spricht von Jesus Christus als "einziger Person in dieser Welt, die Sünde und Tod überwunden hat". Lius Frau, die ohne Einkommen mit ihrem vierjährigen Sohn bei Lius Eltern wohnt, fürchtet, die Gesundheit ihres Mannes könne sich ohne Intervention verschlechter.

Quelle: Compass Direct