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Verfolgte Christen

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Indonesien 2004: Bedrängnis nach wie vor - haltet an am Gebet!

Die massalen Christenverfolgungen zu Beginn des neuen Jahrhunderts mit Brandschatzung, Zerstörung, Ermordung und Vertreibung in Lombok und auf den Molukken sind abgelöst worden durch eine neue Vorgehensweise gegen Christen. Verständlich, daß von gewisser Seite aus Entwarnung und scheinbar herrschende Religionsfreiheit und Friede in Indonesien verkündet wird.

Zunächst haben sich die Aktionen geographisch verlagert: Zentralsulawesi (Poso, Palu) ist das Zentrum des Vorgehens gegen Christen. Auf Ambon herrscht alles andere als Ruhe, nur sind jetzt nicht die Christenmassen im Visier sondern christliche Führungspersönlichkeiten wie Hochschulrektoren, Pfarrer und Pfarrerinnen, aktive und engagierte Gemeindeglieder.

Schließung von Gottesdienstlokalen, Bauverbot bei geplanten Kirchen auf der Hauptinsel Java (teilweise nach Zerstörungsaktionen Unbekannter) sind Dauerbrenner, oft werden Kirchengemeinderäte mit Geldbußen belegt, weil sie keine Baugenehmigung beantragt haben - da dies erfahrungsgemäß immer abgelehnt wird.

In Zentralsulawesi sind Motorradbanden unterwegs, die gezielt bei Gottesdienstveranstaltungen auftauchen und mit Macheten Gemeindeglieder abschlachten oder Pfarrer und Kirchengemeinderäte erschießen.
Am 25. April wurde Rektor Sanabuky mit einem Theologiestudenten vom "Mob" entführt, gefoltert und enthauptet.
Ende April mußte eine Christengruppe nach ihrer Ankunft im Hafen von Ambon durch ein Moslemviertel gehen, um ihre Heimatgemeinde zu erreichen. 25 wurden "gesteinigt und erdolcht" ("stoned and even stabbed").
Sonntagabend, 20.Juni, wurde die junge Pfarrerin Tinulele nach ihrer Predigt im Gottesdienst von in die Kirche stürmenden vermumten Motorradfahrern erschossen. Ein Tiefpunkt nach einer ganzen Reihe ähnlicher Attacken.

International Friends...Sydney schreibt: "In November 2003 jihadists began assassinating christian leaders and conducting carefully planned machine gun attacks on worshippers during church services".

Pfarrern und kirchlichen Mitarbeitern wird telefonisch gedroht, daß der Zweck dieser Attacken die "Provozierung einer Reaktion seitens der Christen sei, und wenn die Kirche sich nicht herausfordern ließe, würden die Überfälle auf eure Frauen und Kinder fortgesetzt werden".

Seit Oktober 2003 ereigneten sich 17 Zwischenfälle mit Schußwaffen gegen die Christen Zentralsulawesis. Frau Saroinsing, die bei staatlichen Stellen um Schutz für die bedrohten Christen nachsucht, urteilt: "Letztlich wird Gott nie seine Augen verschließen. Die Wahrheit wird sich durchsetzen".

Quellen: International Friends of Compassion/Sydney, Stuttgarter Zeitung,
Barnabas Fund/Pewsey UK